Montagskritik #005: Psycho-Circus

scanakiniclesDer Film-Affine Fan erkennt vielleicht auf Anhieb worum es in dem folgenden Artikel geht. Und nein, es gibt keine Lovestory bei Chronicle, bildlich machte sich es aber einfach zu gut ^^‘

 

Chronicle
thechronicle_DAP_AquarellZur Geschichte:
Ein paar Kumpel die durch einen Meteoriten plötzlich Superkräfte haben.
Der eine ist ein selbstsicherer Draufgänger und der andere eher der introvertierte Kopf-Typ.
Und dann noch der dritte im Bunde, der aber relativ früh stirbt (gespielt von Michael B. Jordan).

Einiges an dieser Sache erinnert sehr, sehr stark an #Akira, wenn auch Kaneda keine Kräfte besitzt. Die Hauptfigur in diesem Film ist allerdings Tetsuo äußerst ähnlich, vor Allem während der Phase des zunehmenden psychischen Verfalls.

Das die Aufnahmen gefunden wurden wäre allerdings nicht wirklich nötig gewesen. Es trägt nichts zur Handlung bei und der Film wäre auf traditionelle Weise gefilmt auch ziemlich gut geworden.
Allerdings ist es auch eines dieser Werke die man entweder mag oder hasst.

Mir persönlich hat es wie erwähnt recht gut gefallen.

Vielleicht aber auch nur aufgrund der besagten Ähnlichkeit zu Akira, die vermutlich nicht jeder darin sieht.

Was vielleicht auch etwas in die Irre führte, ist die Tatsache dass es sich um keinen Superhelden-Film handelt. Müsste ich etwas Vergleichbares nennen, fallen mir Werke von Stephen King ein, allen voran Firestarter und #Carrie.
Auch hier geht es nicht um Superhelden, sondern normale Personen die auf die ein oder andere Weise psychokinetische Kräfte besitzen und deren Ausmaße nicht beherrschen.

Diese Thematik war Ende der 70er und Anfang der 80er äußerst beliebt und gerne verwendet (Scanners mit der berühmten Kopf-Platz-Splatter-Szene z.B.)

Kürzlich habe ich gelesen das der Regisseur von #Chronicle für das Star Wars Spin-Off vorgesehen war, dieser jedoch darauf verzichtet hat um das Fantastic Four Reboot zu retten, dessen Regisseur er ebenfalls war.
Anscheinend ist das wohl ziemlich mies geworden, sodass er sich sogar öffentlich entschuldigt hatte, bzw. dem Studio (Fox) die Schuld gab an dem Debakel.
Ich selbst habe den Film noch nicht gesehen, werde mir zu gegebener Zeit aber selbst ein Urteil bilden.
Mit Chronicle hat er auf alle Fälle bewiesen wozu er fähig ist.
Und das ist beeindruckend.
Kommen wir nun zu bereits erwähntem Scanners, den man als Wegbereiter für dieses Genre benennen kann.

Scanners
scanners-b_DAP_AquarellCronenberg’s Film vom Anfang der 80er Jahre.
Ich hatte das Thema bereits leicht angeschnitten bei Chronicle.
Hier sind wir also voll in dem Telepathie/Telekinese-Thema. Firestarter von Stephen King erschien etwas später, in Akira (dem Manga) war das Thema ebenfalls sehr schön dargestellt.
Die Japaner waren ohnehin immer Fans davon, es gab einige Manga darüber (Mai-The Psychic Girl war beispielsweise ziemlich gut).
Doch Scanners war meines Wissens nach der Erste Film seiner Art.
Patrick McGoohan kennt man bereits aus der Kultserie The Prisoner und Michael Ironside muss man nicht mehr vorstellen (oder doch? Starship Troopers ist ja auch wieder eine Weile her…googelt einfach).
Für die Jüngeren unter euch wird der Anfang eine Geduldsprobe, schon allein wegen der Klamotten.
Auch ist der Film nicht so rasant geschnitten, dass man nichts mehr erkennt und die Dialoge sind auch nicht einfach zum Spaß da.
Hier gibt es eine Handlung und Spannung wird aufgebaut, mit relativ einfachen Mitteln und zu den richtigen Momenten passende und sehr anschauliche (meist Splatter-)Effekte.
Die musikalische Untermalung wirkt äußerst experimentell, Elektrosounds und Scanner-Geräusche die dem Zuschauer vermitteln sollen wie sich diese Kräfte auswirken.
Es ist ein faszinierender Trip, nicht nur in das bizarre Universum David Cronenberg’s bevor die 80er-Jahre Klischees entstanden, auch in eine andere Zeit des filmischen Erzählens.
Innovativ, roh und einzigartig.
In der jetzigen Zeit mit Superhelden-Verfilmungen überall, mag das visuell keinen Kinogänger mehr vom Hocker hauen, doch an Intensität übertrifft dieses Werk viele bei Weitem.

Zu erwähnen wäre da vielleicht noch das Scanners, Videodrome und Dead Zone (nach einer Geschichte von Stephen King) innerhalb von 3 Jahren entstanden sind, das Remake von Die Fliege jedoch erst 1986 erschien.

 *in der Illustration von oben nach unten zu sehen: Scanners, Akira, Chronicle.

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