Montagskritik #011: Der Mann mit den Röntgenaugen

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„Schwarze Augen bevor es cool wurde…“
Man merkt dem Film sein Alter zwar an (von 1963!), doch wenn man sich darauf einlässt erlebt man eine schockierende Achterbahnfahrt der Emotionen und Effekte.
Aus heutiger Sicht sind die besagten Effekte nicht grade der Renner, doch eigentlich ziemlich gewagt und etwas völlig Neues. Wenn man nur diesen Teil digital nachbearbeiten würde, so erhielte man einen noch intensiveren Film, der von seiner Thematik an Filme wie Die Fliege (die Version Cronenbergs) oder Brainscan erinnert. Könnte den Film aber auch ruinieren.

Die Geschichte ist an sich auch nichts besonderes.
Man nehme einen herausragenden Wissenschaftler, ein revolutionäres Experiment, gestrichene Gelder, und schließlich ein Selbstversuch… der natürlich schiefgeht.

Konkret geht es darum revolutionäre Augentropfen zu entwickeln die alle Augenkrankheiten heilen könnten bzw. dem Verwender einen Röntgenblick verschaffen können. Das Projekt sollte allerdings gestoppt werden und in seiner Verzweiflung testet unser Protagonist an sich selbst…mit Erfolg!
Das Mittel funktioniert sogar so gut, dass er plötzlich durch Wände sehen kann, durch Kleidung, schließlich durch Haut! Eine Revolution der Medizin wäre möglich, doch er muss plötzlich einfach mehr sehen… und kann es dann nicht mehr stoppen!

Hauptdarsteller Ray Milland musste ziemliche Augenschmerzen haben wegen der Linsen, doch das ist nur meine Vermutung.
(Seine Figur reisst sich sogar die Augen heraus um nicht mehr zu sehen…muss also ganz schön gebrannt haben 😉 ).

Das Ende kommt recht abrupt und läßt den normalen Kinogänger nicht kalt, Gerüchten zufolge habe man allerdings einen letzten Satz hinzufügen wollen: „ich sehe noch immer“, doch das wurde offiziell nie bestätigt.
Nichtsdestotrotz ein großartiger Film mit hervorragenden Schauspielern.
Roger Corman hat hier wahrlich ein Meisterwek geschaffen.

Und wer mal sehen möchte wie Dick Miller (Burying the Ex, Gremlins u.A.) jung aussah, der sollte reinschaun.

Einerseits würde ich gerne ein Remake sehen, allein der Effekte wegen. Andererseits kann kein Remake der Welt die schauspielerische Leistung und Intensität des Originals toppen.
Es scheint jedoch ein Comic zu existieren aus dem gleichen Jahr, in welchem man etwas mehr zu sehen vermag als im Film. Offenbar sieht man darin, das was auch der Held am Ende gesehen hat.

„Lustige“ Details:

  • Es wurde viel geraucht damals, das sieht man auch sehr deutlich an den Fingerkuppen des Hauptdarstellers…
  • Der Held heißt Dr. Xavier, und der Originalfilm heißt „X“ oder auch „X: The Man with the X-ray Eyes„, erinnert doch ein wenig an Professor X. Xavier und dessen X-Men, die im gleichen Monat des selben Jahres ihren ersten Auftritt auf dem Comic-Markt hatten…Zufall?

1 Comment for “Montagskritik #011: Der Mann mit den Röntgenaugen”

Robert

says:

Ein remake würde den Film denke ich mal ruinieren. Manche Dinge soll man einfach so lassen wie sie waren.
Ich fand den Film immer gut.

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